Wie man zu dritt einen Wasserhahn zudreht

•23. April 2020 • Kommentar verfassen

Manchmal erlebe ich kleine Dinge, die es eigentlich gar nicht wert sind, dass man über sie schreibt, die mich aber irgendwie berühren.

Heute rief eine ältere Dame von nebenan in der Buchhandlung an und sagte, dass bei dem jungen Paar über uns im Dachgeschoss Wasser vom Balkon lief, und zwar in eher größeren Mengen. Ich bin eben rüber und habe bei denen geklingelt, zwei Minuten später war das Problem behoben. Der kleine Sohn hatte wohl mit dem Wasserschlauch gespielt.

Gut daran fand ich, dass der Familienvater extra aus dem dritten Stock herunterkam, um mir Bescheid zu sagen, und dass die besagte Nachbarin kurz darauf anrief, um Entwarnung zu geben. (Sie lachte, als ich ihr erklärte, dass es das Kind war.) So konnte ich unbesorgt in den Feierabend starten.

Nicht der Rede wert, aber ich fand es prima, dass ich da so einfach helfen konnte. Wenn sich doch nur alle Probleme so leicht lösen ließen!

Erstens kommt es anders …

•1. Juni 2016 • Kommentar verfassen

Empfohlene Hintergrundmusik: Brecht, Das Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens

Teil 17 unserer Erfolgsserie „Das Leben ist eine Baustelle“, heute: der Fenstereinbau. Weiterlesen ‚Erstens kommt es anders …‘

Garantiert fair gevögelt – geht das? Ein laienhafter Versuch über Sexarbeit

•15. August 2015 • Kommentar verfassen

tl;dr: Amnesty International handelt im Grundsatz richtig – glaube ich.

Ihr lehrt uns, wann ein Weib die Röcke heben
Und ihre Augen einwärts drehen kann.
Zuerst müsst ihr uns was zu fressen geben,
Dann könnt ihr reden, damit fängt es an.

Ihr, die auf unsrer Scham und eurer Lust besteht,
Das eine wisset ein für allemal:
Wie ihr es immer dreht und wie ihr’s immer schiebt,
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
Erst muss es möglich sein, auch armen Leuten,
Vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.

(Brecht/Weill, Dreigroschenoper)

Empfohlene Hintergrundmusik: I never promised you a Rose Garden von Lynn Anderson

Schon seit einigen Jahren verfolge ich mit großem Interesse die immer wieder aus verschiedenen Anlässen in den Medien geführte Debatte zum Thema Prostitution. Amnesty International hat kürzlich angekündigt, sich in Zukunft für die weltweite Legalisierung von (natürlich nur: freiwilliger!) Sexarbeit einsetzen zu wollen. Wie nicht anders zu erwarten, hagelt es Kritik: laut Paul Middelhoff (Zeit) spricht Alice Schwarzer, die seit geraumer Zeit etwas angekratzte Ikone des deutschen Feminismus, vom „unrühmliche[n] Ende dieser Menschenrechtsorganisation“. Die Koalition gegen Frauenhandel (CATW) sieht den Namen von Amnesty „ernsthaft beschmutzt“, schreibt Martin Reichert in der taz. Jessica Neuwirth argumentiert im Guardian, eine Legalisierung würde den Kampf gegen den Menschenhandel erschweren. So weit, so vorhersehbar – und doch schrecklich unübersichtlich. Weiterlesen ‚Garantiert fair gevögelt – geht das? Ein laienhafter Versuch über Sexarbeit‘

Germany’s bizarre version of capitalism—where bosses and workers actually cooperate—is winning

•10. August 2015 • Kommentar verfassen

„‚That structure is built up over decades if not centuries,‘ says Hall.“ It dates back to the times of Bismarck, for all I know.

In den Elfenbeinturm mit Singer! Oder nicht?

•8. Juni 2015 • Kommentar verfassen

tl;dr: Peter Singer ist ein bedeutender Ethiker, aber auf der phil.Cologne vielleicht doch nicht gut aufgehoben. Auch wenn mich das enttäuscht.

Vorbemerkung: Dieser Text ist ein Nachtrag zu einem prägnanteren Text über Singer, den ich vorgestern veröffentlicht habe. Unter dem Eindruck der Lektüre von Jürgen Wiebickes Kommentar zu dem Vorgang im Kölner Stadt-Anzeiger sehe ich manches aber anders. Ein Versuch, sine ira et studio eine vorläufige Bilanz zu ziehen.
Weiterlesen ‚In den Elfenbeinturm mit Singer! Oder nicht?‘

Peter Singer, Schweineleben und Nazivergleiche

•5. Juni 2015 • 2 Kommentare

“You got the wrong guy. I’m the dude, man.” – Jeff Lebowski

Alle paar Jahre erregt der australische Ethiker Peter Singer das Interesse der deutschsprachigen Medien, und das ist für mich selten erfreulich. Zur Zeit ist der Anlass der medialen Aufmerksamkeit wohl, dass ihm der „Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung“ den nach ihm benannten Peter-Singer-Preis verliehen hat. Vermutlich war das wiederum der Grund dafür, dass die NZZ kürzlich ein Interview mit Singer veröffentlicht hat, in dem er laut darüber nachdenkt, ob ein Menschenleben im Fall eines Konfliktes das Leben von zwei Millionen Schweinen aufwiegt. Weiterlesen ‚Peter Singer, Schweineleben und Nazivergleiche‘

Meine momentane Lebenssituation

•31. Januar 2015 • Kommentar verfassen

Es war der verzweifelte Augenblick eines Kämpfers, der zum ersten Male gesiegt hat und nunmehr weiß, dass Siegen eine Qual bedeutet; dass er von jetzt an verpflichtet ist, auf der einmal eingeschlagenen Bahn fortzuschreiten, und dass ihm der Ausweg des Scheiternden nicht vergönnt sein wird.
Italo Calvino, Der Baron auf den Bäumen

Die Frau in Rot: Senay Duzcu

•20. Januar 2015 • Kommentar verfassen

Gestern wurde ich durch eine Bekannte per Facebook auf Senay Duzcu aufmerksam gemacht. Genauer gesagt auf einen einzelnen ihrer Auftritte, nämlich den, den ich hier als YouTube-Video eingebunden habe. Nach wenigen Sekunden hatte diese Künstlerin meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Weiterlesen ‚Die Frau in Rot: Senay Duzcu‘

Die Christianisierung des Abendlandes

•15. Januar 2015 • Kommentar verfassen

Ja, ich bekenne mich: Ich bin Mitglied von RMAGGCW. Wir sind noch nicht sehr zahlreich: Die letzte Umfrage hat ergeben, dass in Deutschland zur Zeit etwa 0,000000000125 Prozent der Bevölkerung die Frage „Identifizieren Sie sich mit den Zielen von RMAGGCW?“ mit „hm, joah, kann schon sein“ beantworten. Höchstwahrscheinlich war ich das, ich bin nicht mehr sicher, wie ich geantwortet habe. Vermutlich war ich auch gerade betrunken, das kann vorkommen. Weiterlesen ‚Die Christianisierung des Abendlandes‘

DIN 5474 ist wieder da!

•26. November 2014 • 2 Kommentare

Es ist nun schon etwa zehn Jahre her, dass ich aus Frust darüber, ständig in verschiedenen Schriftarten nach irgendwelchen Sonderzeichen suchen zu müssen, den TrueType-Font DIN 5474 erstellt habe.

Es handelt sich um eine Schriftart, die so ungefähr jedes Zeichen enthält, das man/frau als LogikerIn braucht. Insbesondere sind alle in der DIN 5474 (vgl. Wikipedia: Liste von DIN-Normen) aufgeführten Zeichen vorhanden, d. h. insbesondere die von den meisten Font-Anbietern geflissentlich ignorierten V-förmigen Quantoren, die Heinrich Scholz und Wolfgang Stegmüller erfunden haben. Auch mit den wichtigsten Logik-Lehrbüchern wurde der Zeichenvorrat abgeglichen. Das Zip-Archiv enthält auch eine Zeichentabelle als PDF-Datei, die das Suchen nach bestimmten Zeichen erleichtern soll.

 
Johnny Germanic

a blog about the two most widely spoken germanic languages

George Stocker

Solving Life with Code

Egon Forever!

Der Strichmännchen Cartoon für coole Kids